Die Bürokraken

„Genaue Aufzeichnungen über das Wetter gibt es teilweise schon seit 150 Jahren. Pegelstände, Berge, Gebäude, all das ist lückenlos in Archiven dokumentiert, nur bei den Menschen dieses Landes fehlt so etwas. Oder fehlte bislang“, korrigiert sich Dr. Schaurein, leitende Archivar des bei den Sozialversicherungen neu geschaffenen Bürgerynnenarchivs“.

Bildquielle: Wikipedia

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Stolz präsentierte er uns bei unserem Besuch  scheinbar kilometerlange Gänge, vollgefüllt mit Akten. Millionen unscheinbarer brauner Aktendeckel gefüllt mit unzählige Information über jeden einzelnen Menschen in diesem Land, nicht auf maschinenlesbaren Datenträgern, nein, auf gutem, altem bedruckten Papier.
Schaurein zieht für uns wahllos einen der Aktenordner hervor. Wohlgeordnet entdecken wir Berufslaufbahnen, Einkommensnachweise, Ausweiskopien, Kopien von Urkunden und Formulare. „Natürlich haben wir alle Daten auch in unserer EDV gespeichert“, erklärt uns Schaurein, „aber das sind eben nur die nackten Daten. Ein solch einzigartiges Archiv aufzubauen war uns nur mit Hilfe der Menschen in diesem Land möglich. Den großen Durchbruch haben wir mit dem Pensionskonto erzielt. Zahllose Belege konnten wir den Versicherten abverlangen. Auch wenn vereinzelt Unmut darüber laut wurde, warum wir Unterlagen einfordern, die wir ohnehin schon erfasst haben, im Großen und Ganzen lief das reibungslos. Die Meisten unserer Aktenstücke sind bereits nahezu vollständig. Lücken gibt es nur vereinzelt. Glücklicherweise zeigt es sich, dass viele jener Widerspenstigen, die sich beim Pensionskonto eher unkooperativ gezeigt haben, sich nun bei ELGA abmelden wollen. Da holen wir uns die restlichen fehlenden Unterlagen.“



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