Alkolenkern geht es bald an den Kragen

Noch gibt es einige Hürden zu meistern, dennoch, die automatisierte Erkennung alkoholisierter Fahrzeuglenker könnte bereits in naher Zukunft Realität werden. Die im Innsbrucker Technologiepark ansässige Firma Spectre steht kurz vor der Markteinführung eines Gerätes, das in der Lage ist hochauflösende Bilder einer Überwachungskamera einer Spektralanalyse zu unterziehen und mittels der charakteristischen Spektrallinien den Alkoholgehalt in der Atemluft zu ermitteln.
Dr. Ernst Rausch, wissenschaftlicher Leiter des Projektes, erläutert gegenüber Tirol Anders das Prinzip. „Das Verfahren ist ja grundsätzlich nichts Neues. Stoffe absorbieren aus dem Licht für sie charakteristische Frequenzen. Deshalb erscheint uns der Himmel auch blau. Das Fehlen dieser Frequenzen im Lichtspektrum ist daher ein Nachweis für das Vorhandensein eines Stoffes. Das gilt auch für Alkohol.

Das Firmenlogo

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Wenn man so will, tragen Alkoholisierte tatsächlich eine Fahne vor sich her. Diese ist jedoch für das menschliche Auge nicht sichtbar, da die Absorption grossteils im UV-Bereich stattfindet. Mittels unserer Spezialkamera, die ein Frequenzband das von infrarot bis ultraviolett abdeckt, können Alkoholmoleküle jedoch quasi sichtbar gemacht werden. Die Schwierigkeit liegt jedoch im Detail. Einerseits ist selbst bei einem Vollrausch die Zahl der Alkoholmoleküle in der Atemluft sehr gering und andererseits befindet sich die zu untersuchende Luft ja nicht in Ruhe, sondern in einer ziemlich chaotischen Strömung. Wir konnten diese Probleme jedoch überwinden. Bei ungehinderter Sicht ist, zumindest in Laborumgebung,  eine sehr genaue Bestimmung des Alkoholisierungsgrades automatisiert möglich. Derzeit bereiten wir einen grossangelegten Feldtest gemeinsam mit der Stadt Innsbruck in der Maria Theresienstraße vor. Dabei liegt unser Augenmerk vor allem ob sich der Alkoholisierungsgrad im Laufe der Zeit verändert. Damit könnte auch ohne Beobachtung des eigentlichen Trinkvorganges die Konsumation von Alkohol nachgewiesen werden. Bei der Feststellung von Alko-Lenkern im Straßenverkehr sind uns derzeit noch die Scheiben im Weg, die unser Ergebnis verfälschen. Wir konnten jedoch mittels gepulstem Laserlicht Fortschritte erzielen, die uns optimistisch stimmen in absehbarer Zeit einen Durchbruch zu erzielen.“



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