Das war der Nationalfeiertag

Ganz im Zeichen des Gedenken an die Opfer des Fitnesswahns stand der gestrige Nationalfeiertag. Bis in die späten 90er des vorigen Jahrhunderts wurden Österreicherinnen und Österreicher gezwungen ohne Rücksicht auf Gesundheitszustand und Übergewicht schon in den frühen Morgenstunden schmerzhafte Übungen zu absolvieren. Der soziale Druck zum Mitmachen wurde suggestiv über den Staatsrundfunk in ständig wiederkehrenden Sendungen aufrecht erhalten.

Bildquelle:  Fotoservice des Bundeskanzleramtes

Bildquelle: Fotoservice des Bundeskanzleramtes

Wer glaubte sich dem entziehen zu können, konnte sich keinerlei Hoffnung machen die jährlich am 26. Oktober abgehaltenen Fitnesstests in Form von Volksmärschen und Volksläufen zu bestehen. Zustände, die heute unvorstellbar sind. Traditionell starteten die heurigen Gedenkfeiern mit einer Messe auf dem Heldenplatz. Bei der anschließenden Militärfahrzeugsegnung wurden diese mit geweihtem Rostschutzmittel besprengt. In der Festansprache betonte Bundespräsident Fischer, dass es Aufgabe jedes einzelnen ist, dass Österreich nie wieder in die Hände der Sanitaristen fällt. Der Rest des Tages wurde österreichweit mit einem bunten Programm gefeiert. In den Landhäusern zeigten Gaukler ihre Kunst. In Kärnten verblüfften Taschendiebe rund um die Hypo ALpe Adria die Passanten. Den Abschluss bildete die landesweit übertragene Darbietung der Bundeshymne durch Andreas Gabalier, wobei der Künstler diesmal die Söhne ausließ. Gabalier begründete dies damit, dass an einem Tag der dem Abschied von Zwängen gewidmet ist durchaus auch der Zwang zum Reim in einer Hymne in Frage gestellt werden kann. Insgesamt muss man von einem gelungenen, würdigen Festtag sprechen.



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